Wörtlicherede

Zeichensetzung bei der wörtlichen Rede: Komma, Punkt und Anführungszeichen

Zeichensetzung bei der wörtlichen Rede: Komma, Punkt und Anführungszeichen

„Kommst du mit?“, fragt Lea. Fragezeichen, Anführungszeichen und Komma stehen hier direkt hintereinander – und jedes Zeichen hat seine Aufgabe. Bei der Zeichensetzung der wörtlichen Rede kommt es vor allem darauf an, wo der Begleitsatz steht. Drei Grundmuster helfen dir, die Zeichen sicher zu setzen.

Wörtliche Rede und Begleitsatz erkennen

Die wörtliche Rede gibt wieder, was jemand sagt. Der Begleitsatz, auch Redebegleitsatz genannt, nennt die sprechende Person und enthält häufig ein Verb wie sagen, fragen, antworten oder rufen.

Lea sagt: „Der Zug kommt gleich.“

Hier ist Lea sagt der Begleitsatz. Der Zug kommt gleich ist die wörtliche Rede.

Die Grundlage für die folgenden Schreibweisen bilden die amtlichen Regeln des Rats für deutsche Rechtschreibung, insbesondere § 79 mit den Erläuterungen zur direkten Rede.

Anführungszeichen richtig setzen

Anführungszeichen umschließen das Gesagte. Üblich sind im Deutschen die Form „…“ und, besonders in Büchern, »…«. Verwende innerhalb eines Textes eine einheitliche Form.

Zwischen Anführungszeichen und eingeschlossenem Text steht kein Leerzeichen:

„Wir müssen los.“

Zum Gesagten gehören auch dessen Satzzeichen. Deshalb stehen etwa das Fragezeichen einer gesprochenen Frage und das Ausrufezeichen eines Ausrufs innerhalb der Anführungszeichen. Das Komma, das einen nachfolgenden Begleitsatz abtrennt, steht dagegen außerhalb.

Die drei Positionen des Begleitsatzes

Vorangestellter Begleitsatz: Doppelpunkt vor der Rede

Steht der Begleitsatz zuerst, kündigt ein Doppelpunkt die wörtliche Rede an. Die Rede beginnt groß und erhält ihr passendes Schlusszeichen.

Lea erklärt: „Wir treffen uns am Bahnhof.“

Ben fragt: „An welchem Gleis wartet ihr?“

Lea ruft: „Komm zum Haupteingang!“

Der Punkt, das Fragezeichen oder das Ausrufezeichen steht jeweils vor dem schließenden Anführungszeichen. Dahinter folgt in diesen Beispielen kein zusätzlicher Punkt.

Das Grundmuster lautet:

Begleitsatz: „Wörtliche Rede.“

Nachgestellter Begleitsatz: Komma nach der Rede

Steht der Begleitsatz hinter der wörtlichen Rede, trennt ihn ein Komma nach dem schließenden Anführungszeichen ab.

„Wir treffen uns am Bahnhof“, erklärt Lea.

„An welchem Gleis wartet ihr?“, fragt Ben.

„Komm zum Haupteingang!“, ruft Lea.

An diesen Beispielen lassen sich die entscheidenden Unterschiede erkennen:

  • Der Schlusspunkt der gesprochenen Aussage entfällt.
  • Fragezeichen und Ausrufezeichen bleiben erhalten.
  • Das anschließende Komma steht in allen drei Fällen.

Die Verben erklärt, fragt und ruft schließen klein an. Auch nach einem Fragezeichen oder Ausrufezeichen beginnt hier kein neuer Erzählsatz.

Das Grundmuster für eine Aussage lautet:

„Wörtliche Rede“, Begleitsatz.

Eingeschobener Begleitsatz: zwei Kommas

Ein Begleitsatz kann einen gesprochenen Satz unterbrechen. Dann steht vor und nach dem Begleitsatz ein Komma. Beide Teile der Rede erhalten eigene Anführungszeichen.

„Am Haupteingang“, erklärt Lea, „warten wir auf dich.“

„Hast du“, fragt Ben, „die Fahrkarten dabei?“

Lies zur Kontrolle jeweils nur das Gesagte:

„Am Haupteingang warten wir auf dich.“

„Hast du die Fahrkarten dabei?“

So erkennst du, dass der gesprochene Satz nach dem Einschub weitergeht. Deshalb beginnen warten und die dort klein. Wörter, die ohnehin großgeschrieben werden, behalten ihre Großschreibung.

Das Grundmuster lautet:

„Erster Teil“, Begleitsatz, „Fortsetzung.“

Wann entfällt der Schlusspunkt?

Der Unterschied wird beim direkten Vergleich besonders deutlich:

„Ich bleibe hier.“

„Ich bleibe hier“, sagt Ben.

Im ersten Beispiel steht die Aussage allein und endet mit einem Punkt innerhalb der Anführungszeichen. Im zweiten folgt ein Begleitsatz: Der Punkt der Rede entfällt, das Komma steht außerhalb.

Das gilt auch, wenn ein bereits begonnener Begleitsatz nach der Rede weitergeführt wird:

Ben sagt: „Ich bleibe hier“, und setzt sich auf die Bank.

Das Komma ist hier trotz und erforderlich. Es kennzeichnet den Übergang von der wörtlichen Rede zurück zum Begleitsatz.

Prüftipp: Schau nach dem schließenden Anführungszeichen weiter. Folgt dort ein Begleitsatz oder dessen Fortsetzung, darf der gewöhnliche Schlusspunkt der gesprochenen Aussage nicht stehen bleiben.

Warum nach Frage- und Ausrufezeichen noch ein Komma steht

Bei einer Frage erfüllt das Fragezeichen eine andere Aufgabe als das anschließende Komma:

„Wo ist mein Rucksack?“, fragt Ben.

Das Fragezeichen kennzeichnet Bens Frage. Das Komma verbindet die abgeschlossene Rede mit fragt Ben. Deshalb braucht der Satz beide Zeichen.

Dasselbe Prinzip gilt beim Ausruf:

„Da liegt er!“, ruft Lea.

Die Reihenfolge lautet jeweils:

Fragezeichen oder Ausrufezeichen → schließendes Anführungszeichen → Komma

Zwischen diesen Zeichen stehen keine Leerzeichen. Erst nach dem Komma folgt ein Leerzeichen.

Begleitsatz oder eigenständiger Erzählsatz?

Beim Schreiben von Dialogen lohnt sich diese Unterscheidung:

„Ich bin bereit“, sagt Lea.

„Ich bin bereit.“ Lea zieht ihre Jacke an.

Sagt Lea ordnet die Äußerung einer Sprecherin zu. Lea zieht ihre Jacke an beschreibt eine eigenständige Handlung. Deshalb bleibt im zweiten Beispiel der Punkt innerhalb der Anführungszeichen stehen; danach beginnt ein neuer Satz.

Auch nach einem Begleitsatz kann dieselbe Figur einen neuen gesprochenen Satz anfangen:

„Ich bin bereit“, sagt Lea. „Wir können losgehen.“

Hier endet der Begleitsatz mit einem Punkt. Wir beginnt groß, weil ein neuer Satz der wörtlichen Rede folgt. Vergleiche damit den Einschub innerhalb eines einzigen Satzes:

„Wir können“, sagt Lea, „jetzt losgehen.“

Kurze Übung: Setze die Satzzeichen

Ergänze Anführungszeichen, Kommas und die übrigen fehlenden Satzzeichen:

  1. Lea fragt Wann fährt der Zug
  2. Wir fahren um acht antwortet Ben
  3. Am Bahnhof sagt Lea kaufe ich noch Wasser
  4. Hast du die Fahrkarten fragt Ben

Lösungen

  1. Lea fragt: „Wann fährt der Zug?“
  2. „Wir fahren um acht“, antwortet Ben.
  3. „Am Bahnhof“, sagt Lea, „kaufe ich noch Wasser.“
  4. „Hast du die Fahrkarten?“, fragt Ben.

Prüfe beim Überarbeiten zuerst, welche Wörter tatsächlich gesprochen werden. Markiere anschließend den Begleitsatz und bestimme seine Position. Damit lässt sich die passende Zeichensetzung Schritt für Schritt ableiten.